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Wann ist ein Workshop ein Workshop?

Lebenswert Blog

Wann ist ein Workshop ein Workshop?

Marting Oetting warf die Frage in den Raum, was ein Workshop sei. Und er stellt die These auf, daß oft nach einem Workshop gefragt wird, wenn eigentlich ein Vortrag gewollt wird.
In meinem Kommentar dort habe ich schon dargelegt, daß ein Workshop auch für mich ganz klar damit verbunden ist, daß die Teilnehmer ins Arbeiten kommen.
Wenn ein Referent vorn ein Selbstgespräch hält, ist das Ganze ein Vortrag (Er sollte lieber zu Hause bleiben und eine DVD schicken. Das spart die Reisekosten.).
Läßt er hinterher Fragen zu, ist es ein Vortrag mit Fragerunde.

An einer Stelle muß ich Martin aber ergänzen: Ich bin nicht der Meinung, daß sich der Workshopleiter immer besser als seine Teilnehmer im Workshop-Thema auskennen muß. Der Workshopleiter ist der Experte für den Prozeß. Das heißt: Er kann die Workshopteilnehmer durch den Prozeß des Arbeitens zu Ergebnissen führen. Er weiß, wie Zusammenarbeit aufgebaut sein muß, damit etwas dabei herauskommt. Hilfreich ist natürlich, wenn er sich im Erfahrungsfeld der Teilnehmer auskennt. Aber sachlich muß er nicht der Experte sein. Manchmal ist er einfach der Experte für die Struktur der Zusammenarbeit der Fachexperten.

In der Systemischen Arbeit kennt man den Satz: „Die Klienten sind die Experten für ihre Lösung. Der Berater der Experte für den Prozeß.“ – Oder wie sagte ein Lehrer eine freien Schule neulich: „Es wäre Illusion, zu glauben, wir Lehrer könnten unseren Schülern fachlich immer überlegen sein. Das müssen wir auch gar nicht. Unsere Hauptaufgabe ist es, die Schüler anzuleiten, herauszufinden, wie sie sich Wissen aneignen und es dann sinnvoll einsetzen können.“

Sven Lehmann ist jetzt auch in die Diskussion eingestiegen.